Page 4 - Rittner Sommerspiele
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        Harte Zeiten erfordern mutige Taten: Vor dem Hintergrund von sozialer Un-
        gerechtigkeit,  Arbeitslosigkeit  und  steigenden  Preisen  starten  Kund*innen
        aus der Vorstadt eine spontane Aktion: Nach einem Großeinkauf verlassen
        sie vollbepackt den Supermarkt – ohne bezahlt zu haben. Eine heißt Antonia.
        Sie weiß schon lange nicht mehr, wie sie Miete, Stromrechnungen und Heiz-
        kosten bezahlen soll. Die Lebensmittelpreise steigen im Rekordtempo. Damit
        ihr Mann, ein auf Ordnung bedachter Gewerkschafter, nur keinen Verdacht
        schöpft, tischt sie ihm groteske Lügenmärchen auf. Ein rasantes Verwirrspiel
        beginnt, mit unverhofften Schwangerschaften, einer Suppe aus Vogelfutter,
        einem scheintoten Polizisten und der heiligen Eulalia. Der italienische Litera-
        tur-Nobelpreisträger schrieb sein Stück bereits 1974. Aber der satirisch über-
        höhte Stoff wirkt heute aktueller denn je.
        Mieten,  Energiekosten  und  Inflation  treiben  die  Lebenshaltungskosten  in
        die  Höhe.  Selbst  täglich  benötigte  Lebensmittel  werden  zunehmend  un-
        erschwinglich. Vor allem Alleinerziehende und Arbeiterfamilien werden ver-
        mehrt von Existenzsorgen geplagt. Etliche Unternehmen machen auf Kosten
        der Ärmsten Übergewinne, zahlen ihren Manager*innen fette Boni aus, zwin-
        gen aber die Gewerkschaften und Arbeitnehmer*innen zu maßvollen Lohn-
        abschlüssen, weil der Wirtschaft ohnehin schlechte Prognosen drohten. Die
        meisten Regierungen wagen keine gröberen Eingriffe in die Wirtschaft. Die
        nachhaltige Entspannung der wirtschaftlichen Krise bleibt aus.
        Ein humorvoller und gesellschaftskritischer Aufstand gegen Gier,
        Ungerechtigkeit und die Macht der Obrigkeit
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